Mehr Lebensqualität durch aktive Bürgerbeteiligung
Erste Etappe im Interreg-Projekt „Gemeinsam gesund“ erreichtDie Lebensqualität und die Gesundheit der Bürger/innen in der Gemeinde fördern: Dies ist das Ziel eines grenzüberschreitenden Projektes zwischen Südtirol und dem Kanton Graubünden, an dem zehn Gemeinden teilnehmen. Ein erstes gemeinsames Treffen fand kürzlich in der Nähe von Chur (CH) statt.
Abtei, St. Martin in Passeier, Taufers im Münstertal, Truden und Vahrn sind die fünf Gemeinden, die auf Südtiroler Seite am Projekt „gemeinsam gesund“ beteiligt sind. „Gesundheit und Lebensqualität haben sehr viel mit sozialen Beziehungen, mit Vertrauen und der Möglichkeit zu tun, sich aktiv am öffentlichen Leben zu beteiligten“, sagt Franz Plörer, Direktor der Stiftung Vital. „Deshalb haben wir auch den Arbeitstitel „gemeinsam gesund“ gewählt.“
Zwanzig Vertreter der Südtiroler Gemeinden nahmen am Netzwerktreffen teil und nutzten die Gelegenheit, ihre Gemeinde den Nachbarn in der Grenzregion Graubünden vorzustellen. Sie taten dies auf ebenso kreative wie unkonventionelle Art. So durfte bei der Gemeinde Truden, die von den Gemeindereferentinnen Daniela Montagna und Johanna Kalser vertreten wurde, der Krautkopf nicht fehlen. Die Tauferer, die von Vizebürgermeisterin Roselinde Gunsch Koch und den Gemeindereferenten vertreten wurden, warteten als Grenzgemeinde mit einem Grenzschild auf, und Gemeindereferentin Anni Kainzwalder Öttl aus Vahrn präsentierte stolz ihren Neustifter Weißwein. Die Gemeinde St. Martin in Passeier, die durch Anneliese Angerer, Erich Kofler, Johanna Kuen und Charlotte Pichler vertreten war, hielt so manches an Martiner Brot-Spezialitäten für die Gastgeber bereit. Die Projektleiterin und Sozialreferentin der Gemeinde Abtei, Edith Dapoz, die von Valeria Irsara und Pasquale Pitscheider begleitet wurde, begrüßte die Teilnehmerinnen in ladinischer Sprache und sagte, sie freue sich auf einen anregenden Austausch mit den Schweizer Kollegen, von denen viele die rätoromanische Sprache verstehen und auch sprechen. Die Sozialreferentin der Gemeinde Truden, Daniela Montagna, erwartet sich vom Projekt, dass Veränderungen eingeleitet werden, „damit sich möglichst viele Menschen in unserer Gemeinde wohlfühlen.“
Ein wesentliches Merkmal von „gemeinsam gesund“ ist laut Martina Vieider, Projektleiterin der Stiftung Vital, die aktive Rolle der Bevölkerung: „Gemeinsam mit den Menschen versuchen wir herauszufinden, was zur Verbesserung der Lebensqualität im Dorf getan werden kann. Besonders wichtig ist uns dabei, gerade jene zu erreichen, die Unterstützung brauchen.“
Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement haben in der Schweiz eine lange Tradition. „Wir sind deshalb sehr froh, dass wir gemeinsam mit Schweizer Kollegen an diesem Projekt arbeiten und Erfahrungen zur Verbesserung unserer Arbeit austauschen können“, sagt Stiftungsdirektor Franz Plörer. Die Stiftung Vital wurde als Kompetenzzentrum für die Gesundheitsförderung mit einem Großteil der Projektumsetzung und der grenzüberschreitenden Projektkoordination betraut. Auf Schweizer Seite ist das Gesundheitsamt Graubünden für die Projektkoordination und die strategische Begleitung des Projektes zuständig.


Dr. Martina Vieider