„Gesundheitsförderung in Krankenhäusern ist Ressourcenstärkung“
Tagung über betriebliches Gesundheitsmanagement in BruneckWie schafft man es, das hohe Niveau in der medizinischen Versorgung trotz wachsender Anforderungen zu halten? Diskutiert wurde dieses brandaktuelle Thema bei der Tagung „Betriebliches Gesundheitsmanagement im Krankenhaus“ am heutigen 27. Oktober im Humanistischen Gymnasium in Bruneck.
Organisiert wurde die Tagung vom Gesundheitsbezirk Bruneck in Zusammenarbeit mit dem Ressort für Familie, Gesundheit und Sozialwesen und der Stiftung Vital. Seit 2010 führt die Stiftung Vital in Zusammenarbeit mit der ETH Zürich das Programm zur betrieblichen Gesundheitsförderung in den Krankenhäusern von Bruneck und Innichen durch. Rund 850 Mitarbeiter/-innen sind direkt eingebunden. Interne Porjektleiterin ist Maria Elisabeth Rieder.
Bei der Tagung in Bruneck wurde das Thema „Betriebliches Gesunheitsmanagement“ mit Experten aus dem In- und Ausland eingehend diskutiert. Referenten waren Prof. Jürgen M. Pelikan vom Ludwig-Boltzmann-Institut in Wien, Prof. Carlo Favaretti, Koordinator des nationalen Netzwerkes gesundheitsfördernder Krankenhäuser in Italien, Dr. med. Georg Bauer von der ETH-Zürich und Dr. Florian Zerzer, Präsident der Stiftung Vital. „Es gelingt nicht Belastungen abzubauen, ohne dass auch die Ressourcen wie beispielsweise die Arbeitsbedingungen, die Beziehungsprozesse, gemeinsame Werte im Betrieb, gestärkt werden“, unterstrich Georg Bauer in seinem Referat. Gesundheitsförderung sei schlussendlich auch Ressourcenstärkung.
Dr. Walter Amhof, Direktor des Gesundheitsbezirkes Bruneck, Manfred Andergassen und Stefan Hofer berichtet über den Stand des Projektes „gesunder Betrieb“ an den Krankenhäusern von Bruneck und Innichen. Gemeinsam mit den Mitarbeiter/-innen und Führungskräften wurden in sog. Gesundheitszirkeln 165 Handlungsfelder identifiziert, die in den nächsten zweieinhalb Jahren umgesetzt werden. „Dabei geht es um Maßnahmen, die auf der individuellen Ebene ansetzen oder auch Maßnahmen, bei denen die organisatorischen Rahmenbedingungen im Vordergrund stehen und die eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen erwarten lassen - die also letztlich zu besseren Arbeitsergebnissen, aber auch zu mehr Wohlbefinden der Betroffenen am Arbeitsplatz führen,“ so Manfred Andergassen von der Stiftung Vital.
Dass betriebliche Gesundheitsmanagement in Gesundheitseinrichtungen infolge steigender Anforderungen an das Gesundheitspersonal dringend notwendig ist, wurde anhand einiger Zahlen verdeutlicht:
Laut einer im Jahr 2007 europaweit durchgeführten Studie haben Mitarbeiter/-innen im Gesundheitssektor im Vergleich zu Beschäftigten anderer Sektoren das höchste Risiko, am Arbeitsplatz Gewalt oder Belästigungen ausgesetzt zu sein. Außerdem müssen Beschäftigte die höchsten Anforderungen in Bezug auf Flexibilität und Teamarbeit erfüllen. Zudem ist der Gesundheitssektor durch ein hohes Maß an Arbeitsunterbrechungen gekennzeichnet (vgl. European Foundation für the Improvement of Living and Working Conditions 2007).
Eine besonders belastete Berufsgruppe scheinen chirurgisch tätige Krankenhausärzte zu sein. Dies war jedenfalls das Ergebnis einer deutschlandweit durchgeführten Befragung (vgl. Deutsches Ärzteblatt 2010; 107/14). Demnach sind etwa ein Viertel der Chirurgen von einer beruflichen Gratifikationskrise, das heißt von einem Missverhältnis von Verausgabung und Belohnung betroffen. Bei über 22 Prozent der Krankenhausärzte liegt ein „Job Strain“ vor, das bedeutet, die Ärzte sind mit hohen Anforderungen bei gleichzeitig niedriger Kontrolle konfrontiert. Und etwa 44 Prozent der befragten Ärzte sehen die Qualität der Patientenversorgung manchmal oder oft durch Überarbeitung beeinträchtigt.
„Eine erfolgreiche Implementierung von Gesundheitsförderung in Krankenhäusern ist vor diesem Hintergrund ein Gebot der Stunde“, sagte Franz Plörer, Direktor der Stiftung Vital. „Dabei geht es – kurz gesagt – darum, auf der einen Seite Stressoren zu erkennen und abzubauen und auf der anderen Seite um Ressourcen, Fähigkeiten und Chancen, die im Sinne der Salutogenese gestärkt werden sollen.“
Bild1: Auf großes Interesse stieß die Tagung „Betriebliches Gesundheitsmanagement im Krankenhaus“ im Humanistischen Gymnasium in Bruneck.
Bild 2: Initiator des betrieblichen Gesundheitsmanagements in den Krankenhäusern von Bruneck und Innichen: Walter Amhof, Direktor des Gesundheitsbezirkes Bruneck.
Pelikan- Schmied Tagung_Vital_Bruneck-final.pptx
„Das internationale Netzwerk Gesundheitsfördernder Krankenhäuser: Ziele, Kriterien, Strategien“Jürgen M. Pelikan
Hermann Schmied
WHO-Collaborating Centre for Health Promotion in Hospitals and Health Care, Ludwig Boltzmann Institute Health Promotion Research, Vienna, Austria
Tagung Gesundheitsförderliches Krankenhaus
Stiftung Fondazione Vital, Bruneck,27.10.2011
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Hermann Schmied
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PP Bauer.pptx
Praxisansatz „systemisches betriebliches Gesundheitsmanagement“ im KrankenhausBruneck, 27.10.2011
Georg Bauer, PD Dr. med. Dr. PH
Abteilung Gesundheitsforschung und BGM (POH)
Institut für Sozial- und Präventivmedizin (Universität Zürich) und Zentrum für Organisations- und Arbeitswissenschaften (ETH Zürich)
Praxisansatz „systemisches betriebliches Gesundheitsmanagement“ im KrankenhausBruneck, 27.10.2011
Georg Bauer, PD Dr. med. Dr. PH
Abteilung Gesundheitsforschung und BGM (POH)
Institut für Sozial- und Präventivmedizin (Universität Zürich) und Zentrum für Organisations- und Arbeitswissenschaften (ETH Zürich)
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PP Andergassen.ppt
Ziele der Betriebsleitung
Rag. Manfred Andergassen
Bereichsleiter "Gesunder Betrieb" der Stiftung Vital
Ziele der Betriebsleitung
Rag. Manfred Andergassen
Bereichsleiter "Gesunder Betrieb" der Stiftung Vital
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Präsentation SV.de.pptm
Stiftung Fondazione Vital
Informieren, Sensibilisieren und Bewusstsein für Gesundheit schaffen Projekte im Bereich Gesundheitsförderung
Stiftung Fondazione Vital
Informieren, Sensibilisieren und Bewusstsein für Gesundheit schaffen Projekte im Bereich Gesundheitsförderung
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Rag. Manfred Andergassen

