Im Rahmen der Bürgerversammlung im Dezember 2009 wurde das vom Gemeinderat beschlossene Projekt zur kommunalen Gesundheitsförderung den Gsieser Bürgerinnen und Bürgern vom Direktor der „Stiftung Vital“, Franz Plörer und der Projektleiterin Sabina Frei vorgestellt.
Gsieser Jugendliche melden sich zu Wort
Zu der Frage nach der Lebensqualität und der Zukunft der Jugend in Gsies trafen sich kürzlich engagierte, junge BürgerInnen in der Talschlusshütte, um gemeinsam für sie relevante Themen zu erarbeiten.Gut 20 junge Menschen trafen sich auf Einladung der Arbeitsgruppe „Jugend“ des Projektes „Gesunde Gemeinde“ zu einem gemeinsamen Abend. In knackigen Diskussionsrunden sammelten sie sich an drei Tischen, um jeweils im Zwanzigminutentakt die Tische und damit die Themen zu wechseln.
Ideen auf der Papiertischdecke
Auf beschreibbaren Papiertischdecken entwarfen sie Ideen, Wünsche und Möglichkeiten für die Zukunft der Jugend in Gsies. Alle Gruppen diskutierten die Bedeutung des Internets und die Mobilität als wichtige Basis der Entfaltung für die „Jungen Leute im Tal“. Alle waren sich alle einig, dass "die Kulturlandschaft in Gsies" keinen direkten Mangel an Sport und Vereinsleben kenne, es aber an einem spezifischen Angebot für Jugendliche mangle. Die Ideenpalette zur Frage "Welchen Entwicklungsbedarf sehen wir für uns in unserem Tal?" reichte vom Jugendraum (Jugendzentrum) bis zum Schwimmbad, von einer Band mit Proberaum bis zum Nightliner. Einige wünschten sich Aufführungsorte für Theater und Filme, für andere waren genügend bezahlbarer Wohnraum, aber auch eine Eisdiele und ein Skater Park ein wichtiges Thema.
„Es braucht Orte in Gsies, an denen sich Jugendliche treffen und miteinander ihre Freizeit gestalten können“ betonte der Sprecher der Arbeitsgruppe Jugend. Schließlich präsentierten die Gruppen ihre drei wichtigsten Diskussionsergebnisse aus den Dialogrunden.
Maria Reier Taschler, Verantwortliche des Projekts Gesunde Gemeinde, betonte. "Jeder hat gezeigt, dass er/sie eine eigene klare Vorstellung von Lebensqualität und Zukunft in Gsies hat. Jugendräume, Mobilität und Sport sind deutliche Bedürfnisse im Leben der Jugendlichen in Gsies".
Moderiert wurde die Veranstaltung von der Stiftung Vital, die das Projekt Gesunde Gemeinde Gsies seit drei Jahren begleitet. Ziel des Projektes soll es sein, gemeinsam mit den BürgerInnen die Gesundheit und das Maß an Lebensqualität zu erhalten bzw. zu steigern.



Ergebnisse der Bürgerbefragung vorgestellt
Eingehend mit der Zukunft ihrer Gemeinde befasst haben sich über Tausend Gsieser/-innen. Bei einer Bürgerversammlung in Sankt Martin wurden kürzlich die Ergebnisse einer von der Stiftung Vital und der Universität Trient durchgeführten Bürgerbefragung vorgestellt.
“Die Beteiligung war außerordentlich hoch”, unterstreicht Martina Vieider von der Stiftung Vital. Der Fragebogen wurde im April an insgesamt 1791 Personen ab 16 Jahren verteilt. 1121 ausgefüllte Fragebögen wurden wieder an den Sammelstellen abgegeben. Das entspricht einer Beteiligung von 62,6 Prozent der ansässigen Bevölkerung. Grundsätzlich gab es eine ausgewogenen Beteiligung von Frauen und Männern sowie der Bewohner aller drei Fraktionen. Die Befragung wurde von der Fakultät für Soziologie der Universität Trient wissenschaftlich begleitet.
Die Ergebnisse wurden kürzlich bei einer Bürgerversammlung in St. Martin vorgestellt: Die Gsieser/-innen sind demnach mit der Lebensqualität im Dorf zufrieden. Eine Skala von null bis zehn ergab einen durchschnittlichen Wert von „Acht“. Im Vergleich zu Jugendlichen und Senioren sind die Erwachsene im Alter von 31 – 60 Jahren diejenigen, die mit ihrer Lebensqualität am zufriedensten ist. Bei der Frage nach dem allgemeinen Gesundheitszustand vergaben immerhin mehr als 70 Prozent das Prädikat „sehr gut“ bis „gut“.
Gsies ist aber auch – berufs- oder studienbedingt - das Tal der Pendler/-innen. 56 Prozent der Berufstätigen und Studenten pendeln. Laut Befragung fahren rund 86 Prozent der Pendler/-innen täglich von einem Gsieser Dorf in eine Ortschaft außerhalb des Tales. Mehr als 58 Prozent der Bevölkerung wünschen sich Anreize für die Ansiedlung neuer Betriebe und 45 Prozent sind der Ansicht, dass die Gemeindeverwaltung Anstrengungen unternehmen sollte, damit sich in Gsies Kompetenzzentren ansiedeln.
Ein Großteil der Gsieser/-innen befürwortet die Notwendigkeit von Maßnahmen zur Sensibilisierung in Fragen des Umwelt- und Landschaftschutzes, zur Müllvermeidung und zur weiteren Erschließung der Almen. Die lokalen Traditionen - und hier besonders die erzählte Dorfgeschichte sowie die bäuerliche Tradition - sind vor allem für die Befragten im Alter von 16 bis 30 Jahren ein wichtiger Faktor für die Talzugehörigkeit und gleichzeitig ein Auftrag an die ältere Bevölkerung.
Als nicht ausreichend bewerten die Gsieser/-innen die Angebote für Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Besonders bei der Kleinkinderbetreuung sind zukünftig Verbesserungen notwendig, wünschen sich Gsieser/-innen.

„Die große Bereitschaft meiner Mitbürgerinnen und Mitbürger, sich an dieser umfassenden Bedarfserhebung zu beteiligen, hat mich sehr gefreut und ist für mich und die gesamte Steuergruppe „Gesunde Gemeinde“ ein wichtiger Anstoß, an diesem Projekt zügig weiterzuarbeiten.“, so Bürgermeister Paul Schwingshackl. Aufgrund der Ergebnisse der Befragung wird sich die Steuergruppe in den kommende zwei Jahren mit folgenden Arbeitsschwerpunkten befassen: Mobilität, Jugend, Umwelt, Landwirtschaft und Naturschutz. Alle Einwohner von Gsies sind dazu aufgerufen, sich an den Arbeitsgruppen und an den Projekten und Aktionen zu beteiligen.

Überdurchschnittlich hoher Rücklauf bei Fragebogenaktion
1121 Gsieserinnen und Gsieser haben an der Fragebogenaktion im Rahmen des Projekts “Gesunde Gemeinde Gsies” teilgenommen. Das entspricht rund 62,5% der über-16jährigen, die auf unserem Gemeindegebiet leben und kann als durchschlagender Erfolg bezeichnet werden!„Die große Bereitschaft meiner Mitbürgerinnen und Mitbürger, sich an dieser umfassenden Bedarfserhebung zu beteiligen, hat mich sehr gefreut und ist für mich und die gesamte Steuergruppe „Gesunde Gemeinde“ ein wichtiger Anstoß dafür, an diesem Projekt zügig weiterzuarbeiten.“, so Bürgermeister Paul Schwingshackl.
Die umfassenden Ergebnisse der Befragung werden am 19. September 2011 im Rahmen einer Bürgerversammlung allen Interessierten vorgestellt. Dort wird es auch die Gelegenheit geben, sich für erste Arbeitsgruppen zu melden und aktiv an der Gestaltung von Projekten mitzuarbeiten!
„Gesunde Gemeinden fragen Bürgerinnen und Bürger nach ihren Bedürfnissen und ermöglichen es ihnen, Mitverantwortung zu übernehmen und sich aktiv zu beteiligen, so wie das Gsies derzeit macht.“ meint Martina Vieider, Bereichsleiterin für kommunale Gesundheitsförderung in der Stiftung Vital. Auf das Thema der Anonymität angesprochen, das im Rahmen von Fragebogenaktionen immer wieder zu Recht aufgeworfen wird, unterstreicht Sabina Frei, die das Projekt im Auftrag der Stiftung Vital in Gsies begleitet, dass „sämtliche Daten, die mit diesem Fragebogen gesammelt worden sind, anonym verarbeitet werden. Das bedeutet konkret, dass Daten ausschließlich in aggregierter Form, also nicht als Einzeldaten, die in irgendeiner Form einen Rückschluss auf einzelne Personen ermöglichen würden, weitergegeben werden.“ Die Daten sämtlicher Fragebögen wurden von zwei freien Mitarbeiterinnen der Stiftung Vital in entsprechende Datenverarbeitungsprogramme eingegeben und dann von kompetenten und höchst seriösen Soziologen der Universität Trient verarbeitet. Nach der Präsentation der Ergebnisse im Rahmen der Bürgerversammlung werden diese aggregierten Daten allen Gsieserinnen und Gsiesern, die Einsicht nehmen möchten, zur Verfügung stehen.

Jetzt ist Ihre Meinung gefragt!
Befragung aller Gsieserinnen und GsieserAnfang April werden alle Gsieserinnen und Gsieser über 16 Jahren die Möglichkeit haben, sich im Rahmen einer schriftlichen Befragung zu wichtigen Themen des Tales zu äußern. Ein umfassender Fragebogen wird allen Haushalten direkt zugestellt werden und soll Mitte April vollständig ausgefüllt wieder an die Gemeindeverwaltung rückerstattet werden.</b>
Dieser dritte Schritt der Bedarfserhebung im Rahmen des Projekts „Gesunde Gemeinde Gsies“, folgt auf die Interviews, welche die Stiftung Vital Mitte des letzten Jahres mit Schlüsselpersonen unseres Tales geführt hat und auf das erfolgreiche Dorfcafé vom letzten Herbst, an dem rund 100 Menschen teilgenommen hatten. Wie im Dorfblatt bereits mehrfach berichtet, soll dieser dritte Schritt nun allen Gsieserinnen und Gsiesern die Möglichkeit bieten, zu den Fragen, die von den Interviewpartnern und den Teilnehmenden am Dorfcafé aufgeworfen worden sind, ihre Meinung zu äußern.
Der Fragebogen enthält rund 100 Fragen, die in einer intensiven gemeinsamen Arbeit von der Steuergruppe um Bürgermeister Paul Schwingshackl und Maria Reier Taschler mit Unterstützung der Stiftung Vital und wissenschaftlicher Begleitung durch die Universität Trient erarbeitet worden sind. Der Großteil der Fragen bezieht sich spezifisch auf Gsies und nur ein kleiner Teil der Erhebung befasst sich mit allgemeinen Fragen zur Lebensqualität, die in Zukunft auch in anderen Südtiroler Gemeinden gestellt werden können und so einen direkten Vergleich zwischen einzelnen Dörfern ermöglichen sollen.
Die Ergebnisse der Befragung werden für Juni dieses Jahres erwartet und stellen die Grundlage für die konkrete Arbeit im Projekt „Gesunde Gemeinde Gsies“ dar. Im Rahmen der Präsentation der Ergebnisse werden bereits erste Arbeitsgruppen unter Miteinbeziehung der Bevölkerung gebildet werden, die sich mit Unterstützung durch die Stiftung Vital der Planung und Umsetzung von Projekten widmen werden.
„Mir ist es ein großes Anliegen“, so Bürgermeister Paul Schwingshackl, „dass möglichst viele meiner Mitbürgerinnen und Mitbürger an der Befragung teilnehmen. Die aktive Einbindung der Bevölkerung ist das Herzstück dieses Projekts und die Teilnahme an der Befragung der erste wichtige Schritt!“

Gesunde Gemeinde Gsies – die Steuergruppe gibt den Anpfiff!
Auf Einladung des Bürgermeisters Paul Schwingshackl, fand im Januar das erste Treffen der Steuergruppe statt, die in den kommenden fünf Jahren, mit Unterstützung durch die Stiftung Vital, den Gesunde Gemeinde Prozess in Gsies leiten wird.Im fünfköpfigen Gremium arbeiten die Jungbäuerin Ruth Fauster Taschler aus St. Martin, Florian Steinmair, Lehrer i.R. aus St. Magdalena, Stefan Burger, stellvertretende Leiter des Forstinspektorats Welsberg aus Pichl, sowie Gemeindereferentin Maria Reier Taschler und Bürgermeister Paul Schwingshackl mit.
„Ich möchte, dass sich die Gsieser Bevölkerung in dieser Steuergruppe wiederfindet „, meinte Bürgermeister Schwingshackl, der die Gruppe leitet. Jede der Gsieser Ortschaften ist vertreten und das Zusammenwirken von Menschen aus unterschiedlichen Berufs- und Lebenssituationen soll dem Projekt die richtige Mischung aus Bodenhaftung und Elan geben.
Die Steuergruppe hat sich in ihrer konstituierenden Sitzung vor allem mit der Struktur der Erhebungsfase beschäftigt. In unserer Gemeinde will die Stiftung Vital mit Unterstützung der Universität Trient, die Bedürfniserhebung in drei Stufen vollziehen. Erster Schritt werden eine Reihe von Interviews mit Schlüsselpersonen aus allen Gsieser Ortschaften sein, diese bilden die Grundlage für sogenannte Fokusgruppen, die in den einzelnen Ortschaften unter Miteinbeziehung von weiteren Schlüsselpersonen stattfinden werden. Ziel dieser beiden Fasen ist eine erste Erhebung von Bedürfnissen, aber auch von Ressourcen und Akteuren, die für die Entwicklung unserer Gemeinde wichtig sind. Diese Ergebnisse werden in die Gestaltung eines Fragebogens einfließen, mit dem alle Gsiesner und Gsiesnerinnen über 16 Jahren befragt werden sollen.
Das Ergebnis dieses aufwändigen Verfahrens wird ein Aktionsplan sein, an dessen Umsetzung Bevölkerung und Verwaltung in den nächsten Jahren gemeinsam arbeiten werden.
Gsies steht als achte Südtiroler Gesunde Gemeinde erst am Anfang des Prozesses, Florian Steinmair nahm in Vertretung unserer Steuergruppe aber bereits am dritten Netzwerktreffen der Gesunden Gemeinden in der Haselburg in Bozen teil, wo er Kontakte zu anderen Pusterer (Sand in Taufers und Bruneck) und weiteren Südtiroler Gesunden Gemeinden (Kurtatsch, Plaus, Lana, Ulten und Latsch) knüpfen und wichtige Impulse für die Arbeit in unserem Tal mitnehmen konnte.

Gesunde Gemeinde Gsies – im Januar geht’s los
Mit Unterstützung der „Stiftung Vital“, einer Stiftung der Südtiroler Landesregierung, deren Aufgabe die Förderung der Gesundheit in allen Lebensbereichen ist, wird unsere Gemeinde in den kommenden fünf Jahren am Projekt „Gesunde Gemeinde“ arbeiten.Wissend, dass unsere Gesundheit zu einem wesentlichen Teil von unserem Lebensstil und von den Umständen, unter denen wir leben, abhängt, soll gemeinsam mit der Gsieser Bevölkerung an den Themen Gesundheit, Wohlbefinden und Lebensqualität gearbeitet werden. Diese drei Bereiche betreffen unsere gesamte Lebenswelt – es geht um körperliche und seelische Gesundheit, es geht um Wohlbefinden in den sozialen Beziehungen zu Freunden und Nachbarn, es geht um Lebensqualität in unserer räumlichen Umwelt, um Dienstleistungen und Angebote.
Eine lokale Steuergruppe, unter der Leitung von Bürgermeister Paul Schwingshackl, wird noch heuer eine erste Grobplanung des Projektablaufs vornehmen. Im Januar und Februar wird die Stiftung Vital mit Schlüsselpersonen Interviews führen und in themenzentrierten Fokusgruppen erarbeiten, welches die offenen Fragen sind, an denen Gsies in den kommenden Jahren arbeiten möchte und in welchen Bereichen es Potential für die aktive Miteinbeziehung der Bevölkerung gibt.
Im Spätwinter werden dann alle Gsieserinnen und Gsieser ab dem 16. Lebensjahr eingeladen, sich an einer Befragung zu beteiligen und ihren Standpunkt zu den erarbeiteten Themen darzulegen. Auf der Grundlage dieser Befragung werden dann unter aktiver Miteinbeziehung von Vereinen, Verbänden, aber auch von einzelnen Bürgerinnen und Bürgern, die Lust haben, aktiv an der Gestaltung ihrer Gemeinde mitzuarbeiten, thematische Arbeitsgruppen gebildet, die konkrete Projekte und Aktionen zur Gesundheitsförderung umsetzen. Bei diesen Projekten kann es um Ernährung und Bewegung genauso wie um die Gestaltung von Wohnbauzonen oder die konstruktive Lösung von Nachbarschaftskonflikten gehen – was genau wir in den nächsten fünf Jahren in Gsies und aus Gsies machen werden, entscheiden diejenigen, die aktiv dabei sind, maßgeblich mit!

Dr. Martina Vieider