Betriebliche Gesundheitsförderung im Fokus – gesunde Betriebe stellen sich vor
Was bedeutet betriebliche Gesundheitsförderung? Wie wird sie in den Betrieben umgesetzt? Welchen Mehrwert bringt ein gesunder Betrieb mit sich? Auf diese Fragen gingen kürzlich Experten der Stiftung Vital im Gespräch mit Personalleitern am Sitz des Unternehmerverbandes Südtirol in Bozen ein.
Vor den anwesenden Personalleitern verschiedener Südtiroler Unternehmen referierten Manfred Andergassen, Bereichsleiter der betrieblichen Gesundheitsförderung der Stiftung Vital und Luca Pandini, welcher als externer Berater der Stiftung Firmen auf dem Weg zum gesunden Betrieb begleitet. Die Gelegenheit, die konkrete Umsetzung des Projektes „gesunder Betrieb“ darzustellen, nutzte die Firma Höller KG aus Leifers sowie die Firma Ivoclar Vivadent mit Sitz in Naturns.
„Ein wesentlicher Bestandteil der betrieblichen Gesundheitsförderung ist die Mitarbeiterbeteiligung“, betont Manfred Andergassen. „Wenn Mitarbeiter beispielsweise bei der Definition und Umsetzung gesundheitsfördernder Maßnahmen im Betrieb miteinbezogen werden, steigt das Gefühl der Wertschätzung und die Identifikation mit dem Unternehmen“, so Andergassen weiter.
Gestiegene Anforderungen in der Arbeitswelt, sich ständig verändernde Gegebenheiten, neue Arbeitsmodelle: dass Handlungsbedarf zum Erhalt der Gesundheit der Arbeitnehmer besteht, verdeutlichen zahlreiche Untersuchungen. Im Jahr 2000 gaben beispielsweise 27% der Erwerbstätigen im Rahmen einer Stressstudie an, sich häufig bzw. sehr häufig gestresst zu fühlen. Im vergangenen Jahr lag dieser Wert schon bei rund 34%.
Stress am Arbeitsplatz ist kein Randphänomen. Nach Angaben der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz sind fast ein Viertel aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer davon betroffen.
Die Auswirkungen auf die Gesundheitssysteme, aber auch auf die Produktivität der Betriebe sind enorm. Die INQA, eine Gemeinschaftsinitiative aus Bund, Ländern, Sozialpartnern, Sozialversicherungsträgern, Stiftungen und Unternehmen in Deutschland, geht davon aus, dass mehr als 40 Millionen Beschäftigte in Europa unter arbeitsbedingtem Stress leiden, dass 20 Prozent der Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine unmittelbare Folge von Stress am Arbeitsplatz sind und dass arbeitsbedingter Stress wirtschaftliche Kosten von über 20 Milliarden Euro pro Jahr verursacht.

Rag. Manfred Andergassen
Dr.in Alexandra Perissinotto PhD




